Von mir zu dir - Beziehung als Erfolgsfaktor in der Führung

Coaching meets Leadership - Impulse von Christina Wanke, 31. August 2018
Besser führen dank mehr direktem Kontakt

In Zeiten der digitalen Selbstverständlichkeit ist ein Moment des echten Kontaktes von Mensch zu Mensch keine Selbstverständlichkeit mehr. Wir sind es gewohnt, beim ‚Senden‘ auf die Eingabetaste zu schauen, den Ausdruck in den Augen des Empfängers sehen wir kaum noch. Wir merken gar nicht mehr, wie oft wir den Blick aufs Handy richten, auch in persönlichen Gesprächen. Sollte uns da noch Erstaunen, wenn es am Ende des Tages an Wertschätzung fehlt und damit Probleme mit der Motivation gibt?

 

human to human - bewusstes ‚H2H‘ ist gefragt!

Das digital emotionale Fasten verlangt geradezu nach mehr direktem Kontakt, nach H2H – human to human. In den Stämmen in Northern Natal in Südafrika begrüsst man sich mit „Sawu bona“, was so viel heisst wie ‚I see you‘. Eine Art der Begrüssung, die Aufmerksamkeit ausdrückt, direkt ‚von mir zu dir‘. Ein Blick in die Augen ist ein Moment der Aufmerksamkeit, ein Zeichen von Wertschätzung, persönlich und zugleich professionell. Und Wertschätzung ist je länger je mehr ein Schlüsselfaktor, wenn es um Motivation geht. Alle anderen Verhaltensweisen, wie auch der ungenierte Blick zwischendurch auf’s Handy signalisieren: Es gibt etwas wichtigeres als dich. Fragen Sie sich also:

  • Wie viel Zeit verbringe ich mit meinen Mitarbeitenden?
  • Und wie häufig bin ich dabei bewusst präsent?

Aufmerksamkeit ist Wertschätzung und bewirkt Motivation

Bekommen die Mitarbeitenden nicht die Anerkennung, die sie brauchen, suchen sie sich andere Spielwiesen. Die Selbstvermarktung rückt in den Vordergrund, und dies auf Kosten produktiver Beiträge. Man kümmert sich um das eigene Profil, was durchaus verständlich ist, wenn die Präsenz des Chefs zur Mangelware wird. Je mehr Hektik im Alltag, je mehr sollte man sich dieser Wechselwirkung bewusst sein. Wenn Sie führen, ist Ihre Aufmerksamkeit gegenüber den Mitarbeitenden einer der ganz zentralen Faktoren. Nicht umsonst steht die Beziehung zum Chef immer ganz weit oben, meist zuoberst auf der Liste, wenn es um Mitarbeiterzufriedenheit geht. Wer als Führungsperson keine Zeit für die Mitarbeitenden hat, hat höchstwahrscheinlich ein Priorisierungsproblem. Es lohnt sich, wieder einmal ernsthaft zu überlegen: „Was ist dringend? Was ist wichtig?“

Wenn dieser Art von Fragestellungen vertieft nachgehen möchten, kann ein Coaching Gespräch das passende Format sein.