Leadership 3.0: Weniger auf Sendung sein und mehr zuhören.

Bewusster handeln und wirksamer führen - Anregungen zu Reflexionen von Christina Wanke, 11. Juni 2015
Leadership 3.0: Weniger auf Sendung sein und mehr  zuhören.

Die weichen Faktoren sind definitiv zur harten Knacknuss in der Führungswelt 3.0 geworden. ‚Zeige mir mehr Wertschätzung’ lautet der Anspruch schlechthin, und dies bis auf die obersten Etagen. Empathie ist die Voraussetzung für Verstehen, für Motivation, für Konfliktbewältigung. Im Business Coaching erfahre ich immer wieder, dass insbesondere ein Faktor dafür entscheidend ist, ob wir empathisch wirken oder nicht. Einer, der zwar bestens bekannt ist, aber immer wieder anspruchsvoll in der Umsetzung: besser zuhören.

Führen ohne Empathie ist wie segeln ohne Wind. Was immer der Grund dafür ist, dass der Hunger nach Anerkennung und Aufmerksamkeit in unseren Breitengraden allgegenwärtig ist – ein gewisses Geschick im Umgang mit Empathie gehört heute zur Grundausrüstung einer Führungskraft. Die Frage, die dann sofort aufkommt lautet:

Ist Empathie lernbar?

Was durchaus zumutbar und auch lernbar ist, ist sich in die Schuhe des andern zu stellen. Zu sehen, was das Gegenüber wahrnimmt. Zu hören, was das Gegenüber hört. Und allenfalls auch nachzuempfinden, was er oder sie dabei empfindet. Dazu braucht es einerseits die Bereitschaft: ‚Ich interessiere mich für das Erleben des andern’. Andererseits ist die Fähigkeit gefragt, sich in die Lage des andern zu versetzen. Statt also gleich in einer Erwartungs- oder Forderungshaltung auf den andern zuzugehen frage ich mich als erstes: Wo steht der andere? Was weiss er schon, was interessiert ihn? Was bewegt ihn? Was ist seine Befindlichkeit?

Zuhören. Zuhören. Zuhören.

Dass soll nun nicht heissen, dass ich Stunden damit verbringe, mir über das Befinden von andern Gedanken zu machen oder mich in sie hinein zu fühlen. Das wäre wohl für beide Seiten wenig ergiebig. Praktisch gesehen heisst empathisch sein im Umgang mit andern vielmehr: Statt gleich etwas vom andern zu erwarten oder zu fordern gehe ich als erstes auf ihn ein. Ich höre als erstes mal zu oder stelle eine Frage. Und zwar geht es um aktives Zuhören, das heisst aufmerksam hinhören, nachfragen, verstehen wollen, sowohl Inhalte wie auch Befindlichkeiten.

Verstehen schafft Verbindung

Der entscheidende Punkt ist: Lassen Sie dabei Ihre eigene Sicht, Ihre eigenen Interessen für einen Moment beiseite. Nehmen Sie die Perspektive des andern ein, voll und ganz. Wie Steven Covey gesagt hat: ‚Erst verstehen, um dann verstanden zu werden.’ So optimieren Sie nicht nur Ihren Kommunikationsstil. Denn verstehen schafft Verbindung. Auf dieser Basis können Sie viel besser einschätzen, was als nächstes angebracht ist. Sein Sie darauf gefasst: Es kann gut sein, das auch Sie selbst sich mit dieser Vorgehensweise besser fühlen. Und: empathische Fähigkeiten sind weit über das berufliche Umfeld hinaus wertvoll für die Qualität einer Beziehung.

Wenn Sie mehr über diese Wirkungsweisen erfahren oder diese Fährigkeiten gerne wieder einmal ganz praktisch vertiefen möchten, könnte ein Executive Coaching ein passender Schritt sein. Kontaktieren Sie uns unverbindlich.