Ihr Team verlangt nach Wertschätzung? So geht es!

Interaktiv zum Ziel führen - Impulse von Christina Wanke, 28.2.2018
Executive Coaching - Wertschätzung geben

Die Ansprüche der Mitarbeitenden wachsen. So auch der Wunsch nach mehr Wertschätzung. In der Hektik des Alltags geht dies jedoch leicht unter. Gleichzeitig wissen wir alle: Explizite Anerkennung tut gut und motiviert. Warum schenken wir also diesem absolut menschlichen Wunsch nicht etwas mehr Aufmerksamkeit? Mit ein bisschen Lob hier und dort ist es jedoch nicht getan. Hier finden Sie einen konkreten Ansatz, mit welchem Sie gleichzeitig etwas zur Teamentwicklung beitragen können.

„Was findet ihr im Umgang miteinander wichtig?“ Wenn ich in Teamcoachings diese Frage stelle, dann kommt sehr häufig die Antwort: ‚Respekt und Wertschätzung’. Auch Vorgesetzte erhalten von Mitarbeitenden häufig die Rückmeldung: „... mehr Wertschätzung zeigen“. Hier und dort ein bisschen Lob zu verteilen kann jedoch schief gehen. Denn Wertschätzung ist mehr als Anerkennung für Leistung. Es geht um eine emotionale Haltung, um eine grundlegende Art, andern zu begegnen. Nicht nur die Leistung wird beachtet und honoriert. Vielmehr betrachtet echte Wertschätzung die Person.

Wertschätzung geben – und zwar richtig!

Vielen würde es gut tun, häufiger Respekt und Anerkennung zu bekommen – auch den Vorgesetzten! Es betrifft also nicht nur die Führungsbeziehung, sondern ganz grundsätzlich die Beziehungen unter allen Mitwirkenden. Es geht ja nicht um ein banales ‚nett zueinander sein’, sondern darum, reale erfreuliche Erfahrungen explizit zu erwähnen. Etwas Positives über uns zu hören steigert definitiv unser Wohlbefinden und unsere Motivation. Wertschätzung kann demnach ganz leicht auch zu mehr Wertschöpfung führen – es macht also durchaus auch für die Teambildung Sinn!

Ganz einfach: So gehen Sie vor

Mein konkreter Vorschlag ist ein Ansatz, der ‚Reflective Best Self’ genannt wird. Die drei Schritte sind:

  • Gehen Sie in die Rolle des Teamcoach. Sagen Sie Ihrem Team zuerst, um was es geht: Es geht für einmal nicht um Manöverkritik oder Feedback, sondern eben darum, Wertschätzung auszudrücken, und zwar diesmal ausschliesslich Wertschätzung. Das ist ungewohnt! Sie werden sehen, es kann Reaktionen geben wie ‚ist das ernst gemeint?’. Denn Kritik sind wir gewohnt, darauf sind wir sozusagen gefasst, das Positive ist ironischerweise gewöhnungsbedürftig. Geeignet dafür ist ein informeller Rahmen, oder das Ende eines Meetings oder Workshops.
  • Lassen Sie die Teammitglieder zuerst darüber nachdenken: Was schätze ich an meinen Kolleginnen und Kollegen am meisten? Welches sind deren Talente und Stärken, deren positiven Verhaltensweisen und Beiträge? In welchen Situationen hat sich dies am besten gezeigt! Dazu sollen sie sich einige Notizen machen.
  • Tauschen Sie anschliessend diese Inputs und erfreulichen Stories in einer Runde aus, für alle anwesenden Teammitglieder, eines nach dem andern. Dieser Austausch kann einfach mündlich sein. Wenn sie möchten kann auch zu jeder Person ein Flipchart aufgehängt werden und die Teilnehmenden notieren darauf ihre positiven Rückmeldungen mit Post-it’s.

Sie werden sehen: diese Runde wirkt sich förderlich auf das Klima und damit auf die Teamentwicklung aus! Vielleicht stellen Sie auch fest, dass dieses Vorgehen und diese Art des Ausdrucks den Teilnehmenden gar nicht so leicht fällt. Erst recht ein Zeichen dafür, wie wertvoll und wirksam es ist, diese anerkennende Runde aktiv durchzuführen. Und die Mitwirkenden werden erkennen: Wertschätzung zu erhalten setzt voraus, dass wir es auch geben - gegenseitig!