Worauf legt Christina Wanke in ihrer Arbeitsweise wert? Fragen und Antworten dazu.

Was schätzen Kunden an der Zusammenarbeit mit Ihnen?

Was ich oft als Rückmeldung erhalte ist, dass sie mit mir eine Vielfalt von unterschiedlichen Themen ansprechen und auch angehen können, seien dies betriebswirtschaftliche Fragestellungen, Führungssituationen oder aber auch persönliche Fragen. Ein weiterer Punkt ist, dass durch meine Arbeitsweise in kurzer Zeit viel Wertvolles, Brauchbares entsteht, das direkt umgesetzt werden kann und dadurch erkennbarer Nutzen entsteht. Dies hat auch damit zu tun, dass mein Ansatz tendenziell auf vorhandene Ressourcen und Stärken baut und weniger das Problem in seiner Tiefe ergründet. Und: selbst in ernsthaften Gesprächen darf man zwischendurch auch mal locker sein und es darf gelacht werden.

Kommunikation zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Tätigkeit – welchen Stellenwert sehen Sie darin?

Hie und da frage ich im Zusammenhang mit Transformationsprozessen meine Kunden: «Glauben Sie dass man Menschen verändern kann?» Noch nie wurde diese Frage mit einem klaren «Ja» beantwortet. Was aber bewusst und gezielt verändert werden kann, ist das eigene Verhalten, das eigene Denken. Zwischen Menschen besteht nach dem Prinzip von «Aktion und Reaktion» permanent eine Wechselwirkung. Die Art wie Sie reden, sich bewegen, hinschauen – alles hat beim Gegenüber einen bewussten oder eben unbewussten Effekt. Wenn ich also mein Verhalten und meine Kommunikation verändere, beeinflusse ich dadurch das «Dazwischen», das was zwischen mir und andern geschieht. Die Art und Weise wie ich kommuniziere kann ich konkret, und pragmatisch angehen und damit gezielt und gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen wirken. Darin sehe ich den grossen Wert insbesondere der persönlichen Kommunikation.

Welche sind wichtige Prinzipien Ihrer Arbeit als Beraterin?

Bevor ich über Inhalte, Methoden oder Lösungen nachdenke ist es für mich zentral, die Situation meines Ansprechpartners oder meiner Ansprechpartnerin genau zu verstehen. Zusammenhänge in der Dynamik der Organisation sind dabei genau so wichtig wie das persönliche Führungsverständnis. Dadurch kann ich die Situation mit den Augen des Kunden sehen und dann, kombiniert mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen, individuell passende Vorgehensweisen entwickeln.

Was fasziniert Sie am Coaching?

Es die Wirkung, die durch explizites Reflektieren entsteht. Ich nenne es «laut denken». Meine Kunden und Kundinnen sind häufig Schnelldenker und immer unter Strom. Sie wollen etwas bewegen und stehen deshalb immerzu vor neuen Herausforderungen. Das ist nicht nur anspruchsvoll und anstrengend. Sie bewegen sich gezwungenermaßen zuweilen am Rande des Chaos. Wenn sie es schaffen, trotz Hektik und Komplexität den Durchblick zu erlangen und gleichzeitig mit den eigenen Kräften schonend umzugehen, ist die Wirkung enorm. Coaching kann dazu viel beitragen. Gerade wenn die Anforderungen komplex und zeitkritisch sind, ist es enorm wertvoll, aus einer inneren Klarheit heraus agieren zu können.

Wann geht es Ihnen im Beruf so richtig gut?

Wenn beispielsweise am Ende eines Workshops nach intensiver Arbeit, harten Auseinandersetzungen und kreativem Austausch beeindruckende Ergebnisse erzielt worden sind und gleichzeitig unter den Beteiligten gute Stimmung und Freude am Erreichten herrscht. Was Menschen verbindet sind gemeinsame Themen, gemeinsame Aktionen. Auf dem Weg dahin müssen Hürden genommen werden, es kommt auch mal Spannung auf. Diese kreative Spannung in Resultate überzuführen, das macht nicht nur die Kunden, sondern auch mich glücklich.

Ihre Tätigkeit erfordert Präsenz – wie laden Sie Ihre Batterien jeweils wieder auf?

Am besten erhole ich mich in der Natur, am liebsten zusammen mit meinem Mann Holger. Wir haben viele gemeinsame Interessen, das macht es einfacher. Dazu gehören im Sommer Segeln auf dem Zugersee und im Winter Skitouren, Gespräche und Ausflüge mit Freunden, eine Kanutour im Westen Kanada’s, mit dem Zelt unterwegs in der Wüste von Oman – es gibt viele Stichworte in unserem Tagebuch, die wunderbare Erinnerungen wecken und die mir wieder neue Energie für die Arbeit geben.

Sie haben im 2009 in England ein zweijähriges Studium «Master in Executive Coaching» abgeschlossen – was hat diese Erfahrung für Sie persönlich bedeutet?

In meinem Beruf habe ich permanent mit Menschen zu tun, die individuell oder in Ihrer Verantwortung als Führungskraft in Veränderungsprozessen stecken. Dabei geht es um Lernen, um Hochs und Tiefs und darum, ungewohnte Situationen zu meistern. Je mehr ich davon aus eigener Erfahrung verstehe, je besser kann ich Menschen in ähnlichen Situationen unterstützen. Deshalb habe ich für meinen eigenen Entwicklungsprozess bewusst einen Weg gewählt, der mich gefordert hat, aus der «comfort zone» heraus zu treten und Neuland zu erkunden. In diesem Fall war es eine dreifache Herausforderung: sprachlich, kulturell und vom Themengebiet - Organisationspsychologie statt Betriebswirtschaft - her. Dieser Prozess war sehr erfüllend, zeitweise auch happig hart. Gerade in den schwierigen Situationen jedoch habe ich dazu gelernt, was nicht nur mir selbst viel gebracht hat; ich merke, dass auch meine Kunden davon profitieren.